Tipps zur Bewerbung

Angenommen, Sie müssen sich bewerben, wissen aber nicht wie Ihre Bewerbung aussehen soll. Sie wollen Ihre Stelle wechseln, haben aber nicht mehr so genau im Kopf, wie eine Bewerbung aussehen soll und haben auch keine Lust oder Muße sich mit Gestaltungsvorschriften auseinander zu setzen. Für diese Fälle soll der nachfolgende Textabschnitt ein Leitfaden sein.

Was genau muss in eine Bewerbung rein? Wie ist diese aufgebaut? Gibt es bestimmte Vorschriften, an die sich gehalten werden muss?

Wie so vieles geregelt ist, gibt es auch hierfür eine Regelung. Die DIN 5008 wird vom Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA), Arbeitsausschuss NA 043-03-01 AA „Textverarbeitung“ erstellt und bildet lediglich eine Empfehlung. Diese Empfehlung wird allerdings von vielen Bereichen und Betrieben anerkannt und vorausgesetzt. Daher sollte sich im Vorfeld sehr gut überlegt werden, ob und in welchem Umfang von diesem Leitfaden abgewichen wird. Allerdings sollte bedacht werden, dass nahezu alle offiziellen Schreiben im Rahmen dieser Norm verfasst sind und dem Leser/Arbeitgeber die Form bekannter vorkommt und Sie somit zumindest optisch einen kleinen Stein im Brett haben.

Was also muss in eine „richtige“ Bewerbung rein?

Das Anschreiben

Grundsätzlich beginnt jede Bewerbung mit einem Anschreiben. Der Aufbau eines Anschreibens ist im Endeffekt immer gleich:

  • Kopfbereich
  • Adressfeld (linksbündig)
  • Datum (rechtsbündig)
  • Betreffzeile
  • Anrede
  • Fließtext
  • Grußformel
  • händische Unterschrift
  • Vorname und Name via Textverarbeitungssoftware
  • Anlagen

Der Aufbau im Detail

Die Schriftgröße wurde in der DIN-Norm festgelegt auf 11pt bis 12pt. Welche Schrift verwendet wird ist nicht festgelegt. Allerdings muss die Schriftart immer identisch und gut lesbar sein. Zu kleine und unleserliche Schriften erinnern an die AGB. Andernfalls kann auch der Eindruck geweckt werden, dass Sie latent kleinlich sind. Diese Assoziationen sollten vermieden werden. Zudem muss auch bedacht werden, dass im Jahre 2015 ca. 23 Millionen Personen der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ständig eine Brille tragen.
Doch genug davon, kommen wir zum Anschreiben. Das Anschreiben beginnt mit dem Absender. Zum Absender gehört der Vor- und Zuname, die Adresse, eine Telefonnummer, unter der Sie erreichbar sind und eine Mail-Adresse. Bei der Mailadresse sollte auf Seriosität geachtet werden. mastermax@abc.de ist nicht seriös. Am Besten ist eine Kombination aus Vor- und/oder Zunamen: m.mustermann@abc.de. Nach der DIN-Norm sollte dieser Bereich oben rechts stehen. Möglich und optisch wertvoller ist allerdings, wenn Sie diesen Teil in die Kopfzeile des Textdokumentes verlagern. Dadurch ergibt sich auch ein einfacheres Handling mit der Datei in Ihrem Textverarbeitungsprogramm.
Anschreiben Schema
Darunter steht nun der Empfänger. Dieses ca. 4,5 cm hohe und 8,5 cm breite Feld umfasst ca. 9 Zeilen. Hier wird eingetragen, bei welcher Firma, mit welchem Ansprechpartner, mit welcher Adresse Sie sich bewerben. Sollten Sie diese 9 Zeilen nicht benötigen, achten Sie darauf, dass Sie dieses Feld mittig beschriften, was auch genügend Abstand zur Kopfzeile mit Ihren Daten schafft. Warum aber gerade 4,5 cm mal 8,5 cm? Dies entspricht dem Sichtfenster des C4-Briefumschlages, mit dem Sie ggf. Ihre Bewerbung verschicken. Anwendung fand dieses Ausmaß allerdings auch auf Onlinebewerbungen.
Nach diesem neunzeiligen Block folgt nun rechtsbündig das Datum im Format: Ort, Tag.Monat.Jahr.
Zwei Leerzeilen unterhalb des Datums folgt nun Ihre Betreffzeile des Anschreibens. Hier steht die genaue Bezeichnung der Stelle, auf die Sie sich bewerben, in lediglich einer Zeile.
Nach zwei weiteren Leerzeilen folgt nun die Anrede. Im Idealfall ist diese an den jeweiligen Ansprechpartner der Firma gerichtet. Sollte in der Stellenausschreibung kein Ansprechpartner stehen, ist zu raten, das Internet zu durchforsten oder kurz zum Telefon zu greifen. Falls Ihre Recherchen allerdings keinen Namen ergeben, muss hier mindestens „Sehr geehrte Damen und Herren“ stehen. Und vergessen Sie bitte nicht das Komma nach der Anrede!
Durch eine Leerzeile getrennt folgt nun der Hauptteil, das eigentliche Anschreiben. Das Anschreiben ist ein Fließtext, der in Textblöcke gegliedert sein kann. Die Textblöcke sind von einem weiteren Leerzeichen getrennt. Als Faustformel gilt, dass ein Textblock mindestens fünf und maximal acht Textzeilen enthalten. Der Einleitungsteil muss die Motivation für diesen Job verdeutlichen. Das stärkste Argument und einen originellen Satz. Zusätzlich sollten noch einige aktuellen Informationen einfließen, die verdeutlichen: „Ich habe mich mit Ihrem Unternehmen auseinandergesetzt.“ Sprich: Gibt es aktuelle Zahlen? Gab es ein Interview mit einem Verantwortlichen oder gar dem CEO der Firma? Gibt es neue Produkte oder Produktneuerungen? Doch bedenken Sie: Weniger ist mehr! Tragen Sie nicht zu dick auf. Schließlich haben Sie nur vier Zeilen zur Verfügung.
schematisches Anschreiben
Der Hauptteil dient dem Eigenmarketing und dem Präsentieren Ihrer sozialen Kompetenzen (Soft Skills). Welche Stärken haben Sie? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? und auch hier gilt wieder: Weniger ist mehr! Zählen Sie nur das auf, was relevant für die Stelle ist. Vermeiden Sie Informationen, die auch über einen Einstellungstest herausgefunden werden können. Fokussieren Sie sich auf Ihre Höhepunkte. Was macht Sie zum idealen Kandidaten? Daher ist es von Vorteil kein Massenschreiben als Bewerbung zu verwenden.
Im dritten Textteil Ihres Anschreibens sollen Sie nun einen Bezug zwischen Ihnen und der Stelle herstellen. Hier spinnen Sie nun also den roten Faden, der dem Mitarbeiter Ihres Wunschunternehmens zeigt, dass es eine natürliche Entwicklung ist, dass Sie in seinem Unternehmen anfangen. Was zeichnet Sie aus? Welchen Mehrwert hat das Unternehmen durch Sie in dieser Position?
Natürlich können Sie auch mit dem letzten Bereich anfangen. Die Reihenfolge der bisherigen drei Textblöcke ist nicht fix, sondern variabel.
Im vierten Bereich Ihres Anschreibens folgt nun die Schlussformel. Falls verlangt folgen lediglich hier Gehaltsvorstellungen oder frühestmöglicher Einstellungstermin. Andernfalls bedanken Sie sich lediglich, für das Interesse des Personalers und halten fest, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen. Abschließend noch die passende Grußformel und fertig ist das Anschreiben.
Zum Schluss werden die Anlagen tabellarisch aufgelistet.

Generell gilt:

Achten Sie auf eine seriöse Sprache (Umgangssprache ist fehl am Platz) und verfassen Sie Ihre Bewerbung ohne Fehler in Rechtschreibung und Grammatik. Das wird vom Arbeitgeber vorausgesetzt und lässt sich durch diverse Rechtschreibkontrollen in den Textverarbeitungsprogrammen einfach umsetzen.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, daher sollte auf optischen Firlefanz verzichtet werden.
Bedeutet im Klartext: Links die Daten, rechts die Fakten. Wesentliche Informationen über Profil und Kompetenzen des Bewerbers müssen sofort ins Auge springen!
Doch fangen wir vorne an.
Je nach Grundaufbau ist Ihr Foto links, mittig oder rechts im oberen Bereich des Lebenslaufes. In der Kopfzeile des Dokumentes sind wieder Ihre persönlichen Daten (vollständiger Name, Adresse, Telefon, Mail) optisch ansprechend und im Idealfall wie im Anschreiben dargestellt.
Kommen wir nun zu Ihren Daten. Am besten eignet sich die Einteilung in die Verschiedenen Lebensbereiche: erst der schulische Werdegang, dann der berufliche Werdegang, am Ende folgen Ihre Interessen und Ihre besonderen Kenntnisse. Die dazugehörigen Daten verfassen Sie im Format MM/Jahr.
Beispiel:
03/2014 – 03/2017          Ausbildung Kaufmann im Einzelhandel
Keinesfalls in Ihren Lebenslauf gehören irrelevante Informationen, wie z.B. Familieninformationen (Tätigkeit Ihrer Eltern) sowie Ihre Gehaltsvorstellungen und religiösen oder politischen Ansichten. Ihre Gehaltsvorstellungen oder ein religiöses oder politisches Engagement gehören, sofern gefordert, in Ihr Anschreiben.

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Aufbau amerikanischer Lebenslauf

Bedenken Sie immer: Was könnte mein potentieller Arbeitgeber von mir wissen wollen?

  • Firma: Bei welcher Firma waren Sie tätig?
  • Positionsbezeichnung: Welche Position hatten Sie inne?
  • Aufgaben und Erfolge: Für was waren Sie zuständig und was haben Sie bewirkt?

Was ist mit Lücken?

Lücken bis zwei Monate sind legitim nicht zu erklären. Jeder braucht mal eine Pause, ist arbeitslos, muss sich neu orientieren. Alles vollkommen legitim. Allerdings sollten Lücken, die zeitlich darüber hinausgehen, erklärt werden.

Doch bedenken Sie: Lügen Sie, kann das auch außerhalb der Probezeit zur Kündigung führen.

Doch was sind eigentlich Lücken?

Lücken sind Zeiträume, die weder durch:

  • Praktika
  • Studium oder Berufsausbildung
  • Weiterbildungen
  • eine dauerhafte Beschäftigung

erklärt werden können. Die Vermutung ist, dass Sie aus gutem Grund arbeitslos waren. Daher füllen Sie Ihre Lücken mit glaubwürdigen Fakten, seien Sie ehrlich und finden Sie eine gute Erklärung.

Allerdings gibt es auch Lücken, die bei jedem Leser Verständnis wecken:

Studienwechsel

Sie wollen Studentenluft schnuppern und haben sich aber beim falschen Fach eingeschrieben und müssen jetzt warten? Kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn Sie in immer wiederkehrenden Abständen Ihr Fach wechseln.
Nutzen Sie Ihre freie Zeit für Praktika oder arbeiten Sie in einer Studienorganisation mit.

Berufseinstieg

Sie sind mit der Schule fertig und finden nicht sofort einen Ausbildungsplatz? Auch hier sehen viele Personaler nicht so genau hin, sofern der Zeitraum ein halbes Jahr nicht übersteigt. Auch hier gilt wieder: Absolvieren Sie Praktika oder Praxistage. Seien Sie wählerisch, aber nicht untätig!

Krankheit

Sollten Sie längerfristig erkrankt sein oder pflegen ein Familienmitglied, ist das kein Problem. Sie brauchen die Krankheit nicht zu nennen, sollten aber nennen, was Sie gemacht haben. Beispielsweise: „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, inzwischen vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft“ oder „Pflege des schwer erkrankten Vaters“. Von Vorteil für Sie ist auch hier wieder, wenn Sie nachweise können, sich beruflich zumindest auf dem neusten Stand gehalten zu haben.

(kurze) Arbeitslosigkeit

Ihnen hat der Job doch nicht gefallen oder der Betrieb ging insolvent? Das ist keine Schande. Müssen Sie es verschweigen oder irgendwie verklausulieren? Nein, denn Sie haben danach ja wieder einen Job gefunden. Solche Phasen hat jeder Arbeitnehmer. Jedoch: Beschreiben Sie, was Sie in dieser Zeit unternommen haben, um eine neue Arbeitsstelle zu finden. Somit beweisen Sie Zielstrebigkeit und Engagement.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten?

Inhalt

  • Zu wenig konkrete Angaben über die bisherigen Tätigkeiten
  • Fehlende Belege für angeführte Tätigkeiten
  • Lücken im Lebenslauf
  • Unrealistisch eingeschätzte Sprachkenntnisse
  • Unpassende Hobbys

Layout und Gestaltung

  • Übertrieben deutliche Anpassung des Layouts
  • Zu starke Verfälschung des eigenen Stils
  • Zu viel Text und Schlagworte bei einzelnen Stationen
  • Zu aufwändiges Layout, unter dem die Übersichtlichkeit leidet
  • Stilbruch zwischen Anschreiben und Lebenslauf
  • Veraltetes Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto

Egal, ob auf dem Deckblatt oder im Lebenslauf: Der erste Eindruck zählt!

Lassen Sie Ihr Bewerbungsfoto von einem professionellen Fotografen machen! Es sollte aktuell, natürlich und stilvoll sein!

Ein Bewerbungsfoto ist eine Porträtaufnahme, die  Sie von vorne oder im Halbprofil zeigt. Ihr Gesicht muss gut erkenntlich sein. Im Idealfall sind die Haare gepflegt und verdecken das Gesicht nicht. Auf das Experimentieren mit extremen Frisuren sollte verzichtet, Schmuck und Make-up dezent gehalten werden. Das Outfit sollte passend zum anvisierten Beruf gewählt werden. Falls Sie nicht wissen, was angemessen ist, ist es ratsam sich Firmenfotos aus der entsprechenden Branche anzusehen, um einen Eindruck zu bekommen. Wird in Ihrem Wunsch-Unternehmen Anzug getragen, sollten Sie das sowohl im Vorstellungsgespräch als auch auf dem Foto tun.

Bewerbungsbild

Die Wahl des Gesichtsausdrucks bleibt Ihnen selbst überlassen. Sie sollten allerdings auf keinen Fall abweisend wirken, sondern auf einen freundlichen und natürlichen Eindruck achten.

Das Foto kann sowohl in Farbe als auch in schwarz-weiß gehalten werden. Wichtig sind dabei die Kontraste zwischen Hintergrund und Person. Ein vorgeschriebenes Format für Ihr Bewerbungsfoto gibt es nicht, etabliert hat sich allerdings das Hochformat (4,5 cm x 6 cm). Verwenden Sie auf keinen Fall Selfies oder Schnappschüsse aus Urlauben, Besuchen in Cafés oder einer Party.

formale Standards

Welchen optischen Standards sollten Sie entsprechen?

Wie schon eingangs erläutert gibt es die Empfehlung im Rahmen der DIN 5008. Einen Zwang sich daran zu halten gibt es allerdings nicht. Es hat sich jedoch bewährt sich an diese Vorgaben zu halten, sofern nicht anders üblich.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Sie Weißes und unliniertes Papier im DIN A4- Format wählen sollten. Haben Sie Anlagen an Ihrem Anschreiben, sollten diese zum einen vollständig und nach Aktualität und Aussagekraft sortiert sein. Zum anderen sollten Sie darauf achten, Ihre Anlagen sauber und gerade zu kopieren oder zu scannen. Bei einer klassisch papierischen Bewerbung sollte zusätzlich noch auf ein knitterloses und fleckenfreies Erscheinungsbild achten.

Abstände Anschreiben

Wenn Sie eine Bewerbungsmappe anfertigen, die Sie abgeben wollen, sollten Sie eine handliche knick- und knitterfreie Mappe verwenden, bei der das Anschreiben oben auf und NICHT in die Mappe gehört. Bei einer Bewerbung via Mail ist Ihre Mail das Anschreiben und die Anhänge als eine pdf-Datei im Anhang.

Zu einem runden Gesamtbild gehört natürlich auch, dass Sie auf einheitliche Schriften, Ränder und Zeilenabstände achten und Ihre Unterschrift nicht vergessen.

 

Seitenränder

 

Für die Seitenränder eines typischen DIN 5008 – Briefes im Hochformat gelten folgende Maße und Breiten:

  • Seitenrand oben 4,5 cm (ohne Kopfzeile)
  • Seitenrand unten 2,5 cm
  • Linker Seitenrand 2,5 cm
  • Rechter Seitenrand 2,0 cm (mindestens aber 1,5 cm)

Der Grundgedanke ist dabei, dass Ihr Anschreiben auf eine Seite passt. Falls das bei diesem Format nicht klappen sollte, dürfen Sie diese Angaben und Einstellungen auch ein bisschen variieren und zum Beispiel die Ränder verkleinern.

Als Mindestmaße und Faustregel sollten allerdings folgende Maße nicht unterschritten werden:

  • Seitenrand oben und unten mindestens 0,5 cm
  • Seitenränder links und rechts   mindestens 1,0 cm

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